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Irmgard Wuttes Buch über Kenia

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Für Irmgard Wutte stellt "Ein leiser Ruf aus Afrika - Mein Leben für die Kinder in Kenia" das erste schriftstellerische Werk dar.

Gewisse Ähnlichkeiten ihres Buches mit dem von Blixen sind erkennbar. Beeindruckend wird darin die Schönheit des afrikanischen Kontinents und die Liebe zu seinen Menschen geschildert. Blixen verbrachte 17 Jahre in Afrika, Wutte zehn Jahre. Beide Frauen haben in diesen Jahren viel erlebt, einige Male wurde sogar ihr Leben bedroht, doch ihrer Leidenschaft zur "Wiege der Menschheit" tat das keinen Abbruch.

Doch während Blixen auf einer Kaffeeplantage lebte, baute Wutte zusammen mit ihrem Mann die erste Waldorfschule in Äquatorialafrika auf - eine Schule, die versucht, die Wurzeln der afrikanischen Kultur mit dem westlichen Kulturstrom zu verbinden. Außerdem gründete Wutte eine Firma für fairen Handel, eine Produktionswerkstätte und eine Farm.

Bei ihrer Ankunft in Afrika erschien Wutte alles fremd und bedrohlich. Doch nach und nach gewann sie immer mehr Einblick in den afrikanischen Alltag, die Kultur, die Geografie und die Geschichte Kenias sowie in das Leben seiner zwei Hauptstämme, der Kikuyu und der Massai.

Aus Angst wurde Liebe, und obwohl die Deutsche auf viele unerwartete Widerstände stieß, immer wieder Enttäuschungen hinnehmen musste und schließlich sogar ihre Ehe in Trümmern sah - diese Liebe blieb bestehen und bewog die Prienerin schließlich auch dazu, ihre Erlebnisse in einem Buch festzuhalten.

Ihr erster schriftstellerischer Versuch ist durchaus gelungen. Langeweile kommt bis zur letzten Seite nicht auf, vielleicht gerade dadurch, dass es eine wahre Geschichte ist. Offen geht die Waldorflehrerin in ihrem Werk mit den vielen Problemen um, mit denen sie in Afrika zu kämpfen hatte, sogar mit denen in ihrer Ehe - nichts wird verschleiert. Stets ist Wutte darum bemüht, alle Vorfälle möglichst sachlich und genau darzustellen.

Damit entstand aus ihren Erfahrungen heraus ein spannender Bericht über ein soziales und kulturelles Projekt in Kenia, aber auch eine ganz persönliche Geschichte, die Einblick gibt in das Leben einer mutigen und abenteuerlustigen Frau.

Zuletzt muss sie sich aber dennoch geschlagen geben. Sie verlässt Afrika und sucht sich in Prien am Chiemsee eine neue Bleibe - eine weitere Parallele mit Karen Blixen, die nach vielen schmerzlichen Erfahrungen nach Dänemark zurückkehrte und dort, völlig abgemagert, im Alter von 77 Jahren starb.

Doch anders als Blixen hat Wutte eine Möglichkeit gefunden, "ihrem" Afrika auch weiter treu zu bleiben. Heute organisiert sie Reisen nach Kenia mit ihrem eigenen Reiseunternehmen.

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