Die beiden in Deutschland hergestellten Fähren sind im Hafen von Mombasa unter großem Jubel angekommen. Sie wurden sehnsüchtig erwartet, da die bisherigen Schiffe, die im Film „Die Weiße Massai“ zu sehen waren, wegen Altersschwäche häufig ausfallen.

Deshalb kommt es immer wieder zu Staus vor den Fähren im Likoni-Kanal, der Hafeneinfahrt von Mombasa. Auf der Strecke über den Kanal werden täglich 170000 Passagiere und 3000 Fahrzeuge befördert. Sie ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Kenias. Tausende Gäste wollten sehen, wie die beiden knallroten Dresdner Schiffe abgeladen werden. Der Empfang durch die Bevölkerung war überwältigend. In 16 Monaten Bauzeit waren dort die beiden 70 Meter langen Schiffe gefertigt worden. Knapp vier Wochen hatte die Überfahrt von Hamburg gedauert. „Am Horn von Afrika wurde der Frachter von einem Schiff der EU-Antipiraten-Mission „Atalanta“ begleitet“.
Die kenianische Tageszeitung Daily Nation berichtete auf der Titelseite über die Ankunft. Als der Spezialfrachter „MS Beluga Singapore“ die Hafeneinfahrt passierte, kam es zu einem kurzzeitigen Totalausfall des Fährbetriebs im Likoni-Kanal. Die Besatzungen der alten Fähren hätten die Ankunft der Schiffe mit spontanen Freudenausbrüchen gefeiert. Bei der Ankunft der Fähren überließen die kenianischen Behörden nichts dem Zufall. Das Hochseeschiff musste bis zum Morgen auf die Einfahrt in den Hafen warten. So sahen auch die letzten Zweifler, dass die Fähren endlich da sind. Der Kauf der Schiffe hatte sich über die Jahre zu einem Politikum entwickelt und die kenianischen Zeitungen beschäftigt. Ein erster Auftrag für den Bau wurde bereits 2004 erteilt. Zu dem Zeitpunkt sollten zwei kleinere Schiffe gebaut werden, 48 und 60 Meter lang. Der Chef des Fährunternehmens änderte die Vorgabe ohne Genehmigung der Behörden auf 70 Meter, was zu Zeitverzögerungen und 40 Prozent Mehrkosten führte. Daraufhin wurde er suspendiert. Verzögerungen gab es auch durch veruntreutes Geld aus dem Fährprojekt.
Doch jetzt sind die Fähren da. Derzeit werden in Mombasa die Zufahrtsrampen montiert. Für einen sicheren Transport der Fähren nach Kenia wurden sie vorher entfernt. Danach werden die Fähren Probe gefahren, einem Belastungstest unterzogen und an die Behörden übergeben. Das dauere knapp zwei Wochen. Die 510Tonnen schweren Kolosse können pro Fahrt rund 1550 Passagiere oder 60 Fahrzeuge transportieren.
Hier das Video der ARD-Tagesschau zu diesem Thema
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