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Lamu ist eine Insel im indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste. Die Altstadt von Lamu ist einer der wenigen Plätze, an dem sich die über tausendjährige, aus vielen Einflüßen verschmolzene, Swahilikultur und ihre Bauwerke erhalten haben. 2001 wurde Lamu-Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Wer seinen Fuß auf die Insel setzt, dem fallen sofort die Menschen ins Auge. Die Swahili, die Küstenbewohner, bewegen sich ohne Eile durch die schmalen Gassen von Lamu. Und doch ist der Bauplan der 'Steinstadt' sehr regelmäßig, wenn auch nicht schematisch angelegt.



Die Stadt mit ca 30 000 Einwohnern hat eine fast tausendjährige Geschichte. Im 9. Jahrhundert traten arabische Kaufleute mit den Küstenbewohnern in Handelsbeziehungen. Viele ließen sich an der ostafrikanischen Küste nieder und bauten einen handelsposten auf. So kam der Wohlstand und der Islam nach Lamu. Vierstöckige aus Korallenquadern gebaute Häuser, deren Wände mit Kalkverputz geglättet sind, zeugen mit schönen Innenhöfen und offenen, Räumen, durch die der Wind zirkulieren und die Sonnenglut mildern kann, von einer hochentwickelten Baukunst. In den zur Gasse fensterlosen Fassaden sieht man die berühmten, handgeschnitzten Türen von Lamu, die auch häufig in der Altstadt von Mombasa zu finden sind. Bis auf den heutigen Tag beherrschen einige Handwerksmeister die traditionelle Schnitzkunst. Die Türen der Häuser der 'Steinstadt' sind mehr als ein Hauseingang, sie werden zum Sinnbild der formenreichen Swahilikultur. In den schmalen Gassen, in denen sich die Entgegenkommenden kaum ausweichen können, begegnet der Fremde schwarz verhüllten Frauengestalten. Die Swahilikultur wurde vom Islam geprägt. Mehrmals am Tag schallt der Gebetsruf über die Stadt durch die schmalen Gassen. Dann sieht man die Männer in den knöchellangen, weißen Gewändern eine der 29 Moscheen der Stadt aufsuchen. Der gleichmäßige und sich nach ungebrochener Tradition vollziehende Lebensrhythmus der Menschen in dieser Stadt übt einen unwiderstehlichen Reiz aus. 

Leider sind viele der alten Häuser vom Verfall bedroht und viele Häuser sind zu Ruinen geworden, und leider fehlen den Swahili die Mittel ihre Gbäude in Schuss zu halten. Für die Einwohner aber sind die Ruinen ein Spiegel des Niedergangs ihrer Kultur.

Wirtschaftlich lebte die Insel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vom Sklavenhandel. Das Sklavenhandel-Verbot 1907 stürzt Lamu in eine Wirtschaftskrise. Heute lebt die Insel vom Fischfang und dem Tourismus.

1505 ankerten erstmals portugiesische Kriegsschiffe vor Lamu. Von 1506 bis 1698 wurde Lamu durch die Portugiesen beherrscht. 1698 wurde es durch Oman erobert. Der Sultan von Oman errichtete 1812 - 1831 das Fort, welches heute als Museum dient.

Mitte des 19. Jahrhunderts geriet Lamu unter den politischen Einfluss des Sultans von Sansibar. 1890 fiel die Insel, durch den Helgoland-Sansibar-Vertrag, gemeinsam mit Kenia unter britische Kolonialherrschaft. 1963 erlangte Lamu als Teil der britischen Kolonie Kenia die politische Unabhängigkeit.

Zahl der Einwohner in Lamu: 101.539 (Stand 2009, Quelle: KNBS - Kenya National Bureau of Statistics)

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