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Die Kikuyu sind zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert in ihr heutiges Siedlungsgebiet eingewandert. Viele der Kikuyu betreiben immer noch Hackbau und Rinderzucht. Traditionell bauten sie Hirse, Sorghum, Bohnen, Erbsen und Süßkartoffeln an; heute werden Kaffee, Mais, Früchte und Gemüse als Cash Crops gepflanzt. Ehe zahlreiche Kikuyu in die Städte zogen, lebten sie in Gemeinschaften (mbari), die zwischen einigen Dutzend und mehreren Hundert Mitgliedern zählten. Traditionell bildeten sie polygame Familienverbände (nach dem griechischen Wortbildungselement poly: viel, mehr), eine heute in den meisten Staaten verbotene Form der Vielehe, bei der ein Mann gleichzeitig mit mehreren Frauen verheiratet ist. Jede Frau bewohnte mit ihren Kindern eine eigene Hütte. Die Abstammung wurde patrilinear (von lateinisch pater: Vater und linia: Linie), in der Ethnologie Bezeichnung für ein gesellschaftliches Ordnungssystem, bei dem die Abstammung durch die väterliche Linie bestimmt wird und alle Kinder den Namen des Vaters tragen oder zu seinem Clan gehören, bestimmt. Die Kikuyu sind in neun Clans und zahlreiche Untergruppen gegliedert.

Initiationsriten waren und sind für die Kikuyu-Gesellschaft von herausragender kultureller Bedeutung: Knaben und junge Männer werden dabei in ihre Altersgruppen eingeführt, die aufgrund der kriegerischen Geschichte der Kikuyu nach militärischen Gesichtspunkten organisiert wurden.

Im 19. Jh. versorgten sie die Karawanen der Araber und die Expeditionen der Europäer mit Lebensmitteln. Da ihr Farmland von weißen Siedlern besetzt wurde, protestierten die Kikuyu bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren gegen das Kolonialregime. Anfang der fünfziger Jahre standen die in den Städten verarmten Kikuyu an der Spitze einer Bewegung, die die britische Kolonialregierung gewaltsam stürzen wollte. Aus ihr entstand 1952 der Mau-Mau-Aufstand. Sein angeblicher Anführer Jomo Kenyatta wurde zum ersten Präsident Kenias, nachdem das Land 1963 von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen worden war. Seither verfügen die Kikuyu über großen Einfluss im politischen und gesellschaftlichen Leben Kenias. Viele leben und arbeiten als Regierungsangestellte oder als Geschäftsleute in der Hauptstadt Nairobi und in anderen Städten.

Westzentrales Kenia in Kiambu, Murang'a, Nyeri und Kirinyaga Viertel, zentrale Provinz. Alternierende Namen: Kikuyu, Gekoyo, Gigikuyu. Dialekte: Südgikuyu (Kiambu, Südmurang'a), Ndia (Südkirinyaga), Gichugu (nördliches Kirinyaga), Mathira (Karatina) nördliches Gikuyu (nördliches Murang'a, Nyeri).

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